Alle 24 Teilnehmer*innen bestanden die Prüfungen nach dem 445. Meisterkurs an der 1. Bayerischen Fleischerschule Landshut. Jetzt gelte es Selbstbewusstsein zu zeigen.
Wie bei einem Segeltörn in stürmischer See hätten die Teilnehmer laut Schul-Geschäftsführerin Barbara Zinkl allen Widrigkeiten der Corona-Wellen getrotzt und unter besonderen Hygienebedingungen ihre Meisterqualitäten bewiesen. Auf diese Leistung dürften sie stolz sein und Selbstbewusstsein zeigen. „Konservieren sie dieses Gefühl“, appellierte sie vor ca. 50 Gästen – darunter unter 2G-Vorgaben auch einige Familienangehörige und Freunde – im „Zeughaus“ der Förderer der Landshuter Hochzeit.
In über 500 Unterrichtseinheiten mussten sich die neuen Jungmeister und -meisterinnen auch durch trockene Themen wie Buchführung, Lebensmittelhygiene, Steuerrecht und Arbeitspädagogik in der Fachtheorie kämpfen. Im Praxisteil umfasste der Lehrplan zudem Themen wie Zerlegung, Produktion von gut 130 Wurstsorten, Perfektionierung von Verkaufsgesprächen oder Warenpräsentation. Kurs-Senior war Oliver Schubert (47) aus Görlitz, der jüngste Teilnehmer Paul Schmieg (19) aus Blaufelden.
Besonderer Lebensabschnitt
Kurssprecher Maximilian Hausner (21) aus Neustadt a.d. Waldnaab blickte humorvoll zurück auf die vier Einzelteile der Meisterprüfung und Stolpersteine wie Teil III (Betriebswirtschaft/Recht) – nach so einer Hürde komme einem der Ausbilderschein (Teil IV) „wie ein Geschenk“ vor. Co-Sprecher Maximilian Fischer blickte positiv in eine Zukunft als Betriebsleiter oder -inhaber und dankte dem Schulteam für die Begleitung in diesem besonderen Lebensabschnitt. Das Klassengremium, zu dem auch Sebastian Kraus (40) aus Adelsdorf und Lily Röttgen (20) aus Solingen gehörten, überreichte kleine Präsente an die Dozenten sowie ein großformatiges Kursfoto für die „Hall of Fame“ der Schule an Barbara Zinkl. Ihr Dank galt auch Mitstreitern wie dem Prüfungsausschussvorsitzenden Florian Lang von der HWK oder der seit 36 Jahren als Dozentin und Prüferin aktiven Tamara Metz. An die Jungmeister appellierte sie, der Branche treu zu bleiben und Nachwuchs für das Fleischerhandwerk zu begeistern.
Investition in die Zukunft
Als Festredner gratulierte Christian Läpple, Vizepräsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, den Kursteilnehmern zum Erreichen einer wichtigen Etappe im Berufsleben. Metzger seien Allrounder und stünden für echte Köstlichkeiten, individuelle Angebote statt Massenware, Regionalität und Herkunftsgarantie. „Wer in die eigene Weiterbildung investiert, investiert in die Zukunft.“ Mit dem Meisterbrief, so Christian Läpple, seien sie als top-ausgebildete Fachkräfte weltweit gefragt. Sein Fazit: „Sie machen einen tollen Job. Qualität setzt sich auf Dauer durch.“